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MI | 11.04.2012
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Verkehrskosten
Verursacher bezahlen nur zwei Drittel
Für den Verkehr zahlen auch die Fußgänger: Laut einer Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) verursacht der Verkehr jährlich Kosten von 93 Mrd. Euro. 29 Mrd. davon werden nicht von den Verursachern getragen. Der ÖAMTC widerspricht.
VCÖ: 29 Mrd. Euro werden von Fußgängern gezahlt.
Insgesamt 93 Mrd. Euro
Die 93 Mrd. teilen sich in 58,1 Mrd. direkte und 34,5 Mrd. indirekte Kosten - verursacht durch nicht in Geld zu bezahlende Schäden und Folgekosten.

Als nicht monetäre Kosten nennt der VCÖ etwa die Entwertung von Immobilien durch steigenden Verkehrslärm, die Folgekosten von Verkehrsunfällen und den Zeitaufwand für private Fahrten.
"Größter Subventionsempfänger"
"Der Verkehrssektor kann ohne Übertreibung als größter Subventionsempfänger der Republik bezeichnet werden. Allein der Pkw-Verkehr schiebt 19,6 Milliarden Euro seiner Kosten auf die Allgemeinheit ab", so VCÖ-Experte Wolfgang Rauh.

Rauh bringt ein drastisches Beispiel zur Veranschaulichung: "Wenn wir 58,1 Mrd. Euro in 100-Euro-Scheinen haben, dann können wir damit die gesamte Westautobahn auf der Strecke Wien - Salzburg in beide Fahrtrichtungen mit diesen 100-Euro-Scheinen zupflastern."
"Zwölf Mal so teuer wie Schienenverkehr"
Mit 49,1 Mrd. Euro seien die monetären Kosten des Straßenverkehrs rund zwölf Mal so hoch wie die des Schienenverkehrs mit 3,96 Mrd. Euro. Pro Kopf würden die monetären Verkehrskosten in Österreich 7.090 Euro pro Jahr betragen.
"Melkkuh der Nation" ist ein Märchen
Den Löwenanteil an den ungedeckten Kosten verursacht der Pkw-Verkehr. 19,6 Mrd. Euro an Kosten des Pkw-Verkehrs trägt die Allgemeinheit, das sind 54 Prozent der Gesamtkosten des Pkw-Verkehrs.

"Das Märchen von der Melkkuh der Nation wird oft erzählt, wahr wird es dadurch aber nicht. Im Gegenteil: Der Pkw-Verkehr wird von der Allgemeinheit hoch subventioniert", betonte Rauh.

Im Durchschnitt verursacht ein Pkw-Kilometer in Österreich demnach Kosten in der Höhe von 75 Cent, davon zahlen Autofahrer im Schnitt nur 34 Cent.
"Wohlhabende bevorzugt"
Ein Manko, das besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten zu spüren bekommen. Rauh: "Die Förderung des Autofahrens wird mit dem Argument der sozialen Gerechtigkeit argumentiert.

Tatsächlich passiert aber genau das Gegenteil: In Österreich besitzen die 30 Prozent der wohlhabendsten Haushalte 46 Prozent der Pkws, während jene 30 Prozent der Haushalte, die am wenigsten verdienen, nur zwölf Prozent der Autos haben."
"Steuerprivilegien im Flugverkehr"
Der Lkw-Verkehr belastet die Allgemeinheit laut Studie mit 5,9 Mrd. Euro im Jahr. Flugverkehr kostet Österreich eine Mrd. Euro pro Jahr. "Gerade im Flugverkehr gibt es anachronistische Steuerprivilegien. Die Steuerfreiheit des Flugtreibstoffs Kerosin ist ebenso wenig gerechtfertigt wie die Befreiung der Flugtickets von der Mehrwertsteuer", so Rauh.
ÖAMTC: Mehr als zehn Mrd. Euro kommen direkt von den Autofahrern.
ÖAMTC: "Fahrer zahlen in öffentliche Kassen"
"2005 werden 10,6 Milliarden Euro aus den Autofahrer-Börseln in die öffentliche Kasse fließen", sagte der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, Mario Rohracher, in Reaktion auf die VCÖ-Studie.

Über direkte und indirekte Versicherungsleistungen und wirtschaftliche Leistungen, die durch den Straßenverkehr gesichert seien, kämen noch weitere 7,8 Mrd. Euro dazu.

"Der größte Teil der gesetzlichen Abgaben ist nicht zweckgebunden und geht in das Bundesbudget", so Rohracher. Ganz besonders betreffe das die Mineralölsteuer (MöSt), die heuer rund 3,7 Mrd. Euro ausmachen wird.
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