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MI | 11.04.2012
Einfahrt zum Gleinalmtunnel (Bild: ORF)
CHRONIK
Warnung vor einröhrigen Tunneln
Nach Italien gibt es in Österreich die zweitmeisten Autobahntunnel in Europa. 13 dieser 150 Tunnel werden derzeit noch im Gegenverkehr befahren, warnt der Autofahrerclub ÖAMTC. Zwei davon seien besonders problematisch.
Lüftung nicht ausreichend
Kritisch sind laut ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke der Gleinalm- und der Karawankentunnel: "Beide sind rund acht Kilometer lang, haben aber keinerlei Notausgänge." Im Ernstfall seien Flucht und Rettung nur über die Portale möglich. Diese können aber bei Großbränden etwa von Lkws durch Rauchgase versperrt sein. Das war etwa im Mai 1999 im Tauerntunnel der Fall.

Der Gleinalmtunnel der Pyhrnautobahn (A9) ist nach dem Umbau auf dem derzeitigen Stand der Technik und verfüge im Gegensatz zum Karawankentunnel zwischen Kärnten und Slowenien über eine funktionierende Luftabsaugung.
Karawankentunnel nicht auf dem neuesten Stand der Technik
Zweite Röhre notwendig
Die Technik im Karawankentunnel sei nicht auf dem neuesten Stand. Abgase und Rauchgas im Brandfall könnten bestenfalls über Ventilatoren in Längsrichtung verschoben, aber nicht abgesaugt werden. Matzke: "Bei bestimmten Wetterlagen kommt es im Karawankentunnel zu einer starken natürlichen Luftströmung wie in einem Kamin, gegen die die Längslüftung nicht ankommt. Im Brandfall besteht die Gefahr, dass man auf der Flucht zum Portal von den tödlichen Gasen eingeholt wird."

Der Gleinalmtunnel sei zwar besser ausgestattet, aufgrund der hohen Verkehrsdichte von durchschnittlich 20.000 Fahrzeugen pro Tag wäre aber schon heute eine zweite Röhre dringend erforderlich, so der Autofahrerclub. Diese könne dann auch durch Querverbindungen für die jeweils andere Röhre als Flucht- und Rettungsweg fungieren. Der bereits beschlossene Bau könnte bis 2019 dauern.
Hoher Sicherheitsstandard auf Tauernroute
Die elf Tunnel der Tauernroute erfüllen die Anforderungen des ÖAMTC-Sicherheitschecks. Kritisiert wurde, dass in drei neuen Lärmschutzgalerien die bisherigen Pannenstreifen aufgebraucht worden seien.

Im Pfändertunnel bei Bregenz und im Bosrucktunnel bei Liezen werden die lebensrettenden zweiten Röhren in den nächsten Jahren fertig. In den übrigen einröhrigen Autobahntunneln Österreichs gibt es schon derzeit Flucht- und Rettungsstollen sowie Notausgänge ins Freie. Diese werden von den Feuerwehren alle 250 Meter verlangt.
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