oesterreich.ORF.at ORF.at
MI | 11.04.2012
Mann hält sich die Ohren zu (Bild: APA)
GESUNDHEIT
Jeder Fünfte leidet unter Verkehrslärm
Der Straßenverkehr ist das größte Lärmproblem, wie eine Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) anlässlich des morgigen Tages gegen Lärm zeigt. Jeder fünfte Österreicher über 15 Jahre leidet demnach unter zu hohem Verkehrslärm.
Lärmerreger Nummer eins
Insgesamt fühlen sich in Österreich 2,7 Millionen Menschen durch Lärm in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt, davon geben 1,46 Millionen den Straßenverkehr als Hauptursache an. Damit ist der Straßenverkehr der größte Lärmerreger in Österreich.

Abgeschlagen an zweiter Stelle liegt der Lärm von Nachbarwohnungen, rund 350.000 fühlen sich laut VCÖ davon gestört. Baustellenlärm ist für rund 275.000 Personen ein großes Ärgernis.
Welche Lärmquelle ärgert am meisten?
26.68 % Straßenverkehr
28.52 % Flugverkehr
3.9 % Schienenverkehr
19.74 % Nachbarn
11.47 % Baustellen/Gewerbeanlagen
1.73 % Sportanlagen
1.86 % Gastgärten
6.1 % Kinderspielplätze
"Dauerhafter Lärm macht krank"
"Medizinische Studien zeigen, dass dauerhafter Lärm krank macht", sagte VCÖ-Experte Martin Blum. So sei das Herzinfarktrisiko entlang von stark befahrenen Straßen deutlich höher als in ruhigen Gebieten. "Schlafstörungen, Bluthochdruck und vor allem bei Kindern mangelnde Konzentrationsfähigkeit und dadurch verursachte schulische Probleme sind weitere Folgen von dauerhaftem Lärm", machte Blum aufmerksam.
Umstieg vom Auto auf das Fahrrad verringert Lärm.
VCÖ: Tempolimits gegen Lärm
Die Hoffnung, dass durch die Zunahme von Elektro-Autos der Verkehr leiser wird, wird sich nur dort erfüllen, wo es niedrige Tempolimits gibt. Der VCÖ weist darauf hin, dass ab 40 km/h das Rollgeräusch der Autos lauter ist als der Motor. Regionen, die unter einer hohen Lärmbelastung leiden, können mit niedrigeren Tempolimits den Verkehrslärm deutlich verringern.

Eine VCÖ-Studie zeigt, dass ein Tempolimit von 80 statt 100 km/h auf Freilandstraßen auf den Verkehrslärm so wirkt, als wäre der Verkehr halbiert worden. Dasselbe gilt für Tempo 30 statt Tempo 50 beziehungsweise Tempo 100 statt 130.

"Für Städte ist es vor allem wichtig, die leise Mobilität stärker zu forcieren. Konkret heißt das, die Bedingungen für das Radfahren und Gehen deutlich zu verbessern. Je mehr kurze Strecken vom Auto bzw. Moped und Motorrad auf das Fahrrad verlagert werden, umso weniger Lärm und umso mehr Lebensqualität in den Städten", sagte VCÖ-Experte Blum.
Vorarlberg
Tirol
Salzburg
Kärnten
Steiermark
Oberösterreich
Niederösterreich
Wien
Burgenland

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News