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MI | 11.04.2012
Ermittler am Tatort
CHRONIK
47 Morde im Jahr 2010
42 Menschen sind laut Ernst Geiger vom Bundeskriminalamt (BK) in den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 in Österreich ermordet worden. In 85 Fällen blieb es beim Versuch. Ab Oktober kamen gemäß APA-Archiv fünf weitere Tötungsdelikte hinzu.
Wien führt die Liste an
Mit 18 Morden (bis einschließlich 20. Dezember) fanden in Wien die meisten, aber auch komplexesten Fälle statt.

Für große Aufregung sorgten in der Bundeshauptstadt unter anderem der sogenannte Disco-Mord, bei dem ein Duo aus dem Auto heraus "zufällig" einen 20-Jährigen auf dem Nachhauseweg erschoss, sowie die Ermordung einer 37-Jährigen mit sieben Messerstichen durch ihre damals 14-jährige Tochter.
Aufklärungsquote liegt bei 94,5 Prozent.
Aufklärung in fast allen Fällen
Die Aufklärungsquote bei Morddelikten liegt derzeit bei 94,5 Prozent und entspricht dem alljährlichen Durchschnitt. Keine Spur hat die Polizei bisher nach der Tötung der Wiener Prostituierten Petya Filkova, deren verbrannte Leichen am 30. Mai auf einem Güterweg im Bezirk Gänserndorf in NÖ gefunden wurde.

Genau dasselbe war mit der Wiener Prostituierten Katerina Vavrova im August 2007 im Bezirk Mistelbach passiert, auch in Kärnten und der Steiermark gab es 2005 und 2008 Fälle mit Parallelen. Zusammenhänge werden von Ermittlern nicht ausgeschlossen. Noch nicht geklärt ist auch der Mord an einem 54-jährigen Obdachlosen aus Ungarn, der am 10. Dezember erschlagen in einer Baracke einer Entsorgungsfirma in Wien-Penzing gefunden wurde.
Sexualmorde eher selten
Beziehungstaten am häufigsten
Beim Großteil der Morde in Österreich handelt es sich um Beziehungstaten im Familienkreis, zu Sexualmorden wie jenem in der Nacht auf 2. Juli in Wien-Hietzing kommt es selten: Ein 22-Jähriger erstach in der Auhofstraße seine um ein Jahr jüngere Ex-Freundin, zerstückelte danach ihre Leiche und warf die Teile in Müllcontainer. Anfänglich sprach der Verdächtige von einem Sex-Unfall, später gab er an, eingeschlafen zu sein und von der Tat nichts mitbekommen zu haben.

Als "seltenen Grenzfälle" bezeichnete Geiger den Mord einer damals 14-Jährigen an ihrer Mutter am 13. April in der Sankt-Johann-Gasse in Wien-Margareten: Nach Streitigkeiten rund ums Internet folgte das Mädchen der 37-Jährigen, die ihr den Rücken zukehrte, und stach mit einem Messer auf Kopf, Nacken, Arm und Brust der völlig überraschten Mutter ein. Die 15-Jährige wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Disco-Mord: Mann im Vorbeifahren erschossen
An amerikanisches Gang-Gehabe erinnert der Disco-Mord an Rene M. in der Nacht auf 21. August in der Steinheilgasse in Wien-Floridsdorf: Der 20-Jährige ging nach einem Diskothekbesuch zu Fuß nach Hause und wurde aus einem vorbeifahrenden BMW mit einer Pistole erschossen. Eines von vier Projektilen traf den jungen Mann tödlich. Der mutmaßliche Schütze (48) war betrunken und kann sich an nichts erinnern, sein Bekannter (29) am Steuer will keinen Fußgänger wahrgenommen haben.

Auch Morde a la Columbo mit ausgeklügelten Alibis gab es in der Bundeshauptstadt: Am 7. April erschlug ein 42-Jähriger am Julius-Tandler-Platz in Alsergrund seine Ex-Freundin - direkt neben dem gemeinsamen Baby. Die Schwester des Verdächtigen fuhr währenddessen mit dem Firmenwagen des Mannes ins Wiener Umland, um ihm anhand der GPS-Daten des Navigationsgeräts ein Alibi zu verschaffen. "Das war schon eine Meisterleistung das zu klären", betonte Geiger.
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