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MI | 11.04.2012
Gewalt gegen Frauen (Bild: APA/DPA/Jörg Lange)
CHRONIK
Tag gegen Gewalt an Frauen
Jede fünfte Frau in Österreich ist Gewaltopfer. Meist werden Frauen in der gewohnten Umgebung geschlagen. Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen finden zahlreiche Aktionen statt, die für das Thema sensibilisieren sollen.
Immer noch Tabuthema
Für Frauen zwischen 16 und 45 Jahren ist es weltweit gesehen wahrscheinlicher, von ihrem Lebenspartner oder einem Verwandten getötet zu werden, als durch Krieg oder Terrorismus ums Leben zu kommen.

Gewalt in der Familie ist aber immer noch ein Tabuthema. Erst wenn das Schweigen gebrochen werde, seien Wege aus der Gewaltspirale möglich, so Reinhard Pichler, Leiter des Wiener Krankenhauses der Barmherzigen Brüder.
Angst und Scham
Betroffene haben häufig Angst vor den Konsequenzen, wenn sie das Schweigen brechen, und sehen in der Erduldung der Taten den "einfacheren" Ausweg, sagte Wilfried Ilias, Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie bei den Barmherzigen Brüdern. Sie würden die Täter oft aus Scham und Angst sogar noch schützen.
Todestag von Aktivistinnen 1999
Der internationale Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen geht auf den Tod dreier Schwestern in der Dominikanischen Republik zurück. Die Gegnerinnen der Diktatur in dem Karibikstaat waren vom Militärgeheimdienst monatelang gefoltert, vergewaltigt und am 25. November 1960 ermordet worden. 1999 erklärten die Vereinten Nationen den Todestag der Aktivistinnen zum weltweiten Tag gegen Gewalt an Frauen.
"Gewalt ist nicht Ausdruck von gewissen Schichten."
Schlüsselfunktion für Krankenhauspersonal
Ärztliches und pflegerisches Personal komme häufig als Erstes mit Betroffenen in Kontakt und habe dadurch eine Schlüsselfunktion, betonte Gerichtsmedizinerin Andrea Berzlanovich.

Zwischen 35 und 50 Prozent der chronischen Schmerzpatienten stellten sich als Opfer von Missbrauch, Misshandlungen oder emotionaler Gewalt heraus, so Ilias. "Gewalt ist nicht Ausdruck von gewissen Schichten. Sie nimmt keine Rücksicht auf Bildungsgrad oder finanziellen Hintergrund."
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