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MI | 11.04.2012
Schüler. (Bild:APA)
STATISTIK
Immer mehr Schüler an Privatschulen
Privatschulen boomen: Mittlerweile besucht fast jeder zehnte Schüler eine Privatschule. Mit einem Plus von 15,3 Prozent ist die Zahl der Privatschüler deutlich stärker gewachsen als die Gesamtschülerzahl (plus 0,75 Prozent).
Fast jeder Zehnte an Privatschule
Im vergangenen Schuljahr 2006/07 gab es insgesamt 1,2 Mio. Schüler in Österreich, 106.365 bzw. 8,9 Prozent davon waren in Privatschulen. Das geht aus den Daten der Statistik Austria hervor.

Zehn Jahre zuvor waren von den 1,192 Mio. Schülern 92.267 bzw. 7,7 Prozent an einer nichtöffentlichen Schule.
Ihre Meinung?
Ist die Qualität von Privatschulen besser als jene öffentlicher Schulen?
57.27 % Ja
38.81 % Nein
3.92 % Keine Meinung
Grafik: APA
Anteil der Privatschüler an Gesamtschülerzahl: grün 1996/97; rot 2006/07.
Berufsbildende Schulen mit höchstem Anteil
Nach Schultypen den höchsten Anteil an Privatschülern gibt es an den berufsbildenden mittleren Schulen, wo fast jeder vierte (22,4 Prozent; 1996/97: 23,8 Prozent) der insgesamt 52.468 Schüler eine Privatschule besucht.

An AHS-Oberstufen sind 15 Prozent (1996/97: 14,2) der insgesamt 87.054 Schüler an privaten Schulen, an AHS-Unterstufen 14,8 Prozent (1996/97: 14,6) der insgesamt 116.674 Schüler.

Im Pflichtschulbereich, also Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schulen, sind 4,4 Prozent der 639.433 Schüler an Privatschulen, ein halber Prozentpunkt mehr als noch vor zehn Jahren.
Römisch-katholische Kirche an der Spitze
Mit Abstand größter Erhalter von Privatschulen ist die römisch-katholische Kirche: Mit insgesamt 72.600 Schülern besuchen zwei Drittel aller Privatschüler ihre Einrichtungen.

Verschiedene, in der amtlichen Statistik nicht genannte Vereine als Erhalter von Privatschulen kommen mit 15.700 an zweiter Stelle gefolgt von Schulen von Wirtschaftsverbänden wie etwa dem Fonds der Kaufmannschaft mit 3.600 Schülern, dem Berufsförderungsinstitut (2.700 Schüler), der Wirtschaftskammer (2.500 Schüler) und der evangelischen Kirche (2.900 Schüler).
Acht Prozent ausländische Schüler
Der Anteil ausländischer Schüler an Privatschulen unterscheidet sich mit acht Prozent nur wenig von jenem an öffentlichen Schulen mit 9,3.

Etwas größer ist der Unterschied bei Schülern nichtdeutscher Muttersprache: An öffentlichen Schulen beträgt deren Anteil 15,7 Prozent, an Privatschulen 13,8 Prozent.
Österreich unter EU-Schnitt
Im europaweiten Vergleich liegt Österreich beim Privatschulbesuch deutlich unter dem EU-Schnitt. Laut dem Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa "Eurydice" besuchten 2001/02 durchschnittlich 20,1 Prozent der Schüler in den EU25-Mitgliedstaaten Privatschulen, 79,9 hingegen öffentliche.

In Österreich waren es zu diesem Zeitpunkt laut "Eurydice" 7,5 Prozent gegenüber 92,5 Prozent. Mehr Schüler an Privatschulen als an öffentlichen Einrichtungen gibt es in der EU nur in Belgien und in den Niederlanden mit 56,8 bzw. 76,3 Prozent. In beiden Ländern gibt es allerdings nur öffentlich geförderte Privatschulen.

Privateinrichtungen (öffentlich gefördert oder ohne Förderungen) sind auch in Spanien (31,3 Prozent), auf Malta (31,9) und in Großbritannien (41,1) sehr gefragt.
Auch im OECD-Vergleich unter Schnitt
Auch im OECD-Vergleich bleibt Österreich unter dem Durchschnitt: Laut der Studie "Education at a Glance 2007" ("Bildung auf einen Blick") besuchten 2005 im Schnitt der OECD-Staaten 6,6 Prozent der Schüler (öffentlich-geförderte) private Volksschulen.

In der Sekundarstufe I (Hauptschulen, AHS-Unterstufe) waren im OECD-Schnitt 9,3 Prozent der Schüler an privaten Schulen, in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BHS) waren es im OECD-Schnitt 13,7 Prozent.
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