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MI | 11.04.2012
"Profil"
Großgrundbesitzer mit höchster EU-Förderung
Die Stiftung des Fürsten Hans-Adam II. von Liechtenstein erhalte die höchsten EU-Agrarförderungen in Österreich, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil". Und auch die weiteren hoch Geförderten sind durchwegs Großgrundbesitzer.
Ministerium schweigt
"Profil" veröffentlicht in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe eine Liste der Landwirtschaftssubventionenen in Österreich für das Jahr 2006.

Das Landwirtschaftsministerium wollte die Liste nicht kommentieren. Der Sprecher von Minister Josef Pröll (ÖVP), Daniel Kapp, wird mit den Worten zitiert: "Dazu sage ich gar nichts."
Immer auf Platz eins
Demnach verzeichnete die Stiftung Fürst Liechtenstein mit dem Guts- und Forstbetrieb Wilfersdorf (NÖ) im vergangenen Jahr ein Fördervolumen von rund 1,7 Mio. Euro. Auch in den Jahren davor lag die Stiftung mit Beträgen zwischen 1,4 und 1,7 Mio. Euro immer auf Platz eins in der Liste der österreichischen Agrar-Subventionsempfänger.
Mehr als die Queen
Der Fürst habe damit die britische Queen abgehängt: Die Windsor-Farmen der englischen Königsfamilie erhielten 2006 demgegenüber nur 147.000 britische Pfund (210.000 Euro) aus Brüssel.
Adel auch auf Rang zwei
Auf Platz zwei und drei finden sich laut "profil" ebenfalls Güter adeliger Eigentümer: Gut Waldbott von Baron Paul Waldbott-Bassenheim im burgenländischen Halbturn wurde mit rund 1,1 Mio. Euro gefördert. In den Jahren davor erhielt das Gut 900.000 bis 1,3 Mio. Euro.

Die Graf Hardegg'sche Gutsverwaltung in Niederösterreich bekam 973.000 Euro (in den Vorjahren 915.000 bis 1,1 Mio.), so das Magazin.
1,6 Milliarden pro Jahr
Auch die katholische Kirche kam in den vergangenen Jahren in den Genuss erheblicher Förderungen: So wurden die Güter des Stifts Heiligenkreuz noch vor wenigen Jahren mit rund 670.000 Euro jährlich bedacht.

1,6 Mrd. Euro Agrarförderungen hat die EU vergangenes Jahr an rund 144.000 Betriebe in Österreich ausgeschüttet. Das ärmste Drittel von ihnen musste sich mit insgesamt vier Prozent der Subventionen begnügen, diese Betriebe erhielten im Schnitt 1.603 Euro pro Jahr.
Offenlegung von EU beschlossen
Die Landwirtschaftsminister der 27 EU-Länder haben die verpflichtende Offenlegung der Empfänger von EU-Agrarförderungen ab 2009 beschlossen. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass die Subventionsempfänger und die Höhe der jeweiligen Förderungen ab 2009 (also beginnend mit dem Haushaltsjahr 2008) im Internet publiziert werden.
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