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MI | 11.04.2012
Anonymous-Logo (Bild: Public Domain)
IT
Websites von SPÖ und FPÖ angegriffen
Die Websites von SPÖ und FPÖ sind in der Nacht auf Freitag von Hackern gekapert worden. Statt der Startseite der SPÖ war das Logo der Hackergruppe Anonymous zu sehen.
Hacker: SPÖ hat ihren Auftrag vergessen
In einer Pressemitteilung sagte die Hackergruppe Anonymous Austria weiter, dass die Sozialdemokratische Partei Österreichs, "deren Name Programm sein sollte", ihren Auftrag vergessen habe. Darauf wolle man aufmerksam machen. "Die rechtsextreme und xenophobe Ausrichtung der Freiheitlichen Partei Österreichs sollte keiner weiteren Erklärung bedürfen", hieß es außerdem in der Mitteilung.

Ein anonymer Anrufer sagte der APA, man wolle auf diese Weise "Regierungen und Banken" angreifen. Bei den Angreifern dürfte es sich um eine lokale Gruppierung von Anonymous handeln, die auch über einen eigenen Twitter-Account (AnonAustria) agiert.
Verfolgen politische Ziele
Anonymous und LulzSec werden AntiSec
Anonymous hatte schon vor Tagen getwittert, dass Regierungen und Banken gar nicht wüssten, was auf sie zukomme. Gemeinsam mit der inzwischen aufgelösten Gruppe LulzSec hatte sich die Gruppe unter dem Namen AntiSec vereint und angekündigt, gemeinsam gegen Regierungen und die Finanzwelt ins Feld zu ziehen.

Lulz Security (kurz LulzSec) galt eher als "Spaßguerilla" und war in den vergangenen Wochen mit Attacken auf den Unterhaltungskonzern Sony, den US-Senat und den US-Geheimdienst CIA bekannt geworden. Anonymous dagegen verfolgte von Anfang an politische Ziele und hat sich als Unterstützer der Enthüllungsplattform WikiLeaks einen Namen gemacht. Polizei und Geheimdienste verstärken derzeit weltweit ihren Kampf gegen die schwer zu fassenden Hacker.
SPÖ erwägt rechtliche Schritte
Die SPÖ behält sich nach dem Angriff auf ihre Website rechtliche Schritte vor. Das sagte Kommunikationschef Oliver Wagner Freitagfrüh auf Anfrage der APA. Dass die Gruppe Anonymous gerade die SPÖ angegriffen hat, findet man bei den Sozialdemokraten seltsam, habe sich doch diese Bewegung dem Kampf gegen das Großkapital verschrieben und da fühle man sich eigentlich nicht angesprochen.

Die Seite der SPÖ war Freitagfrüh noch immer offline. Bei dem Angriff in der Nacht waren auch Facebook-Passwörter auf der Seite aufgelistet worden. Ob es sich um die echten oder gefälschte gehandelt hat, war vorerst noch unklar. Mittlerweile wieder am Netz ist die Website der FPÖ, die ebenfalls Opfer eines Anonymous-Angriffs geworden war.
FPÖ dementiert Hack
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl betonte am Freitag in einer Mitteilung, dass es keinen Hack der FPÖ-Websites gegeben habe. Es sei zwar im Verlauf der letzten Stunden zu Versuchen gekommen, die Serverkapazitäten der FPÖ lahm zu legen, von einem Überwinden des Sicherheitssystems oder einem Hacken der Inhalte könne aber im Gegensatz zum SPÖ-Internetauftritt keine Rede sein, so Kickl. Die FPÖ werde dennoch entsprechende Anzeigen gegen Unbekannt einbringen.
Teils Neuprogrammierung nötig
Die polizeilichen Ermittlungen haben bereits begonnen. Beteiligt waren das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und das Bundeskriminalamt (BK). Die SPÖ-Seite war so stark beschädigt, dass teils eine Neuprogrammierung notwendig war. ÖVP, Grüne und BZÖ dürften diesmal von Angriffen verschont geblieben sein.

Bei der SPÖ konnte man am Freitagvormittag noch nicht sagen, wann die Website wieder online gehen würde. Die Programmierung auf dem eigenen Server sei durch den Angriff beschädigt worden, es müssten Teile neu programmiert werden, so ein Sprecher. Auch Benutzerdaten wurden gekapert, diese dürften aber zumindest nicht ganz aktuell gewesen seien. Wie sensibel diese Daten seien, konnte der Sprecher nicht sagen.
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