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MI | 11.04.2012
(c) APA/DPA/Maurizio Gambarini
Energie
Zuschlag für Ökostrom steigt
Die Kosten für Ökostrom in Österreich werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Derzeit zahlt ein Haushalt im Durchschnitt 35 Euro jährlich für die Subvention "grünen Stroms", bis 2015 werden es knapp 50 Euro sein, schätzt die E-Control.
Bald 15 Prozent Ökostrom
Bis dahin soll nämlich der Ökoanteil an der heimischen Stromversorgung von elfeinhalb auf 15 Prozent steigen. Heuer kostet allein die Förderung über Einspeiseentgelte gut 350 Mio. Euro, 2011 dürften es durch die Neuanlagen um 20 Mio. Euro mehr sein. Samt Investitionszuschüssen kommt man schon heuer auf 400 Mio. Euro.
Biogas "unwirtschaftlich"
Mit 192 Mio. Euro Einspeiseförderung entfällt gut die Hälfte der heuer 353 Mio. Euro auf feste Biomasse, etwa 52 Mio. Euro sind für Biogas nötig. Hier setzt auch die Kritik des Regulators ein: Biomasse erfordere deutlich mehr Subventionen als Windkraft (heuer 86 Mio. Euro), obwohl der Stromoutput etwa der gleiche sei.

Biogas zur Stromgewinnung einzusetzen sei besonders unwirtschaftlich und teils schon heute teuerer als Photovoltaik. Für nur ein Prozent der heimischen Stromversorgung sei eine Agrarfläche von zwei Dritteln der Fläche des Bodensees nötig, so Schönbauer bei der Vorlage des "Ökostrombericht 2010".
Mehr als 200 neue Windkraftanlagen in Österreich geplant
Probleme auch bei Windkraft
Doch auch bei der Windkraft sieht die E-Control Probleme - nicht in Österreich, aber in Europa. Aus Nordeuropa "drücken" immer wieder riesige Windstrommengen nach Süden, ohne dass diese hier benötigt würden. Das führe immer wieder kurzfristig zu "negativen" Strompreisen in Europa.

Die heutige Windkapazität von 75.000 MW könnte in den nächsten zehn bis 20 Jahren um weitere 50.000 MW off-shore wachsen. In Österreich dürften zu den jetzigen 1.000 MW nochmals 500 bis 700 MW (mehr als 200 Anlagen) hinzukommen, vor allem im Burgenland.
Lob für Selbstversorger Photovoltaik
Positiv vermerkt der Regulator die Entwicklung bei der Photovoltaik. Einerseits würden die Anlagen immer billiger - in einigen Jahren könnten die kWh-Kosten schon unter jenen bei Biogas liegen. Anderseits handle es sich zumeist um echte dezentrale Selbstversorgung, die auch unabhängig vom Stromnetz erfolge, so Schönbauer. Daher sollte man die Eigeninitiative weiter mit Investitionszuschüssen belohnen, wie sie derzeit über den Klima- und Energiefonds (KliEn) vergeben werden.
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