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MO | 13.02.2012
Schild "Finanzamt" (Bild: APA/Roland Schlager)
WIRTSCHAFT
210 Tage arbeiten für Steuern
Bis 28. Juli, 16.53 Uhr müssen die Österreicher arbeiten, um die Steuern und Sozialabgaben zu decken, erst danach können sie in ihre eigene Tasche wirtschaften. Das hat das neoliberale Austrian Economics Center (AEC) errechnet.
Den Berechnungen des AEC zufolge müssen die Österreicher also 210 Tage arbeiten, bis alle Abgaben bezahlt sind und sie darangehen können, ihr eigenes Nettoeinkommen zu verdienen.
Kritik an Steuererhöhungsdebatte.
Seit 1976 um einen Monat verschoben
1976 waren es demnach nur 174 Tage. Österreich brauche daher keine neue Steuerbelastung, so AEC-Präsidentin Barbara Kolm angesichts der aktuellen Budgetdebatte.

"Eine Anhebung würde nicht nur Privatpersonen treffen, sondern auch Unternehmen, was nicht nur Investitionen verringern würde, sondern auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte", so Kolm.
Privatvorsorge nicht berücksichtigt
Nicht berücksichtigt wurde bei der Berechnung, dass ein Gutteil der Sozialabgaben dem Erwerb persönlicher Ansprüche dient (etwa in der Gesundheits- und Pensionsversicherung), die ohne staatliche Sozialversicherung von den Betroffenen privat bezahlt werden müssten.
"Tax Freedom Day" am 10. Juni?
Außerdem hat das Institut als Vergleichsgröße nicht - wie etwa bei internationalen Darstellungen üblich - die österreichische Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) herangezogen, sondern das deutlich niedrigere Volkseinkommen.

Würde die Steuer- und Abgabenquote im Vergleich zum BIP angegeben, dann hätte Österreich seinen "Tax Freedom Day" bereits hinter sich: Mit rund 44 Prozent Abgabenquote wäre dieses Datum nach rund 161 Tagen erreicht gewesen - also am 10. Juni.
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