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SO | 12.02.2012
Schulklasse (Bild: ORF)
Wissenschaft
Schüler an Politik interessiert - Wissen gering
Politische und soziale Themen interessieren die österreichischen Schüler. Beim Wissen darüber liegen sie im Vergleich mit anderen Ländern allerdings nur im Mittelfeld, wie eine am Dienstag präsentierte Studie zeigt.
Große Leistungsunterschiede
An der "International Civic and Citizenship Education Study" (ICCS) nahmen 140.000 Schüler der achten Schulstufe und 62.000 Lehrer aus 38 Staaten teil. Im EU-Vergleich schneidet Österreich sogar leicht unterdurchschnittlich ab.

Beim Wissenstest, der neben Fakten auch Analysefähigkeiten abfragte, zeigten sich bei den Leistungen der Schüler große Unterschiede, beobachtete der Erziehungswissenschaftler Helmut Fennes von der Universität Innsbruck, der das Projekt mit betreute.
Dänen und Finnen führen
Mit jeweils 576 Punkten schnitten die finnischen und dänischen Schüler am besten ab, gefolgt von ihren Kollegen aus Südkorea (565), Taiwan (559) und Schweden (537). Die österreichischen Jugendlichen kamen auf 503 Punkte, in etwa gleichauf mit Russland (506) sowie Litauen und Spanien (je 505).

Ganz am Schluss liegen Guatemala (435), Indonesien (433), Paraguay (424) und die Dominikanische Republik (380). Von den EU-Staaten platzierten sich Malta (490), Lettland (482), Griechenland (476), Luxemburg (473), Bulgarien (466) und Zypern (453) hinter Österreich.
Trotz Pflichtfach Politische Bildung
Fennes geben die Ergebnisse auch deshalb zu denken, weil im Erhebungsjahr 2008 in Österreich auch ein eigenes Pflichtfach Politische Bildung - gemeinsam mit Geschichte - für die achte Schulstufe etabliert wurde. Die Studie sei damit eine Art "Nullmessung", auf die bei künftigen Untersuchungen aufgebaut werden könne.
Vertrauen in Institutionen ist hoch.
Österreich interessanter als EU
Das Interesse an politischen Themen ist bei Österreichs Schülern aber vorhanden - vor allem was die eigene Wohngegend, das Heimatland und Umweltfragen betrifft. Weniger interessant sind laut Studie europäische und internationale Politik. In Österreich wurden 3.385 Schüler, 999 Lehrer und 110 Direktoren an 142 Schulen befragt.

Deutlich zeigen die Studienergebnisse auch ein hohes Vertrauen der Schüler in die Institutionen wie Bundes- und Landesregierungen, Polizei und Gerichte. Das ist bei politischen Parteien und Medien geringer ausgeprägt.

Die gesellschaftliche und politische Partizipation der Schüler beschränkt sich vor allem auf die Schule. 57 Prozent der Befragten kandidierten bereits einmal als Klassensprecher. Im außerschulischen Bereich, etwa in Partei- und gewerkschaftlichen Jugendorganisationen, sind die Aktivitäten gering.
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