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MI | 11.04.2012
Cannabis-Konsum (Bild: DPA)
CHRONIK
Drogenkonsumenten immer jünger
Die Anzeigen wegen Drogendelikten in Österreich sind im Vorjahr um mehr als 14 Prozent gegenüber 2008 gestiegen. Im Innenministerium führt man das auf mehr Kontrollen zurück. Das Einstiegsalter liegt im Schnitt bereits bei 14 Jahren.
60 Anzeigen pro Tag
Rund 60 Anzeigen wegen Delikten in Zusammenhang mit Drogen gibt es pro Tag, so die aktuelle Statistik des Innenministeriums. Insgesamt gab es 2009 in Österreich 21.801 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz, was eine Steigerung von 14,3 Prozent bedeutet.

Schwarzmarktwert 40 Millionen Euro
Der Schwarzmarktwert der sichergestellten Substanzen betrug knapp 40 Millionen Euro - mehr als doppelt so viel wie 2008.
Fekter: Mehr Kontrollen
"Mehr Delikte sagen aber nicht, dass mehr konsumiert wird", sagte Innenministerin Maria Fekter (ÖVP). Sie führt das auf mehr Kontrollen der Polizei zurück.
Grafik: APA
Sichergestellte Drogen
Mehr aufputschende Substanzen
Sichergestellt wurden im Vorjahr 1.139 Kilo Cannabis, 189,6 Kilo Heroin, 53,3 Kilo Kokain, 5.847 Stück Ecstasy, 63,9 Kilo Amphetamin und 1.581 LSD-Trips.

Dominiert werde der Markt in Österreich nach wie vor von Cannabis, Heroin und Kokain. Der Konsum von Ecstasy gehe hingegen eindeutig zurück. Während der Konsum von Ecstasy offenbar abnimmt, steigt der Trend zu aufputschenden Amphetaminen.

Einstiegsalter bei 14 Jahren
Das Einstiegsalter liegt bei Jugendlichen im Schnitt bereits bei 14 Jahren. "Neugierkonsum" nennen es die Fahnder. Die Hemmschwelle zum Probieren leichter Drogen ist bei Jugendlichen deutlich herabgesetzt, heißt es im aktuellen Drogenbericht des Innenministeriums.

Cannabis-Verkäufer haben immer öfter auch härtere Drogen im Repertoire - und zwar zu Preisen um die 20 Euro. Jugendliche würden so zum Einstieg in die Szene verführt, sagt Wolfgang Preiszler vom Landespolizeikommando Wien.
Schutzzonen um Schulen
Um einzelne Schulen wurden nun bereits Schutzzonen errichtet, zumindest hier sei der Drogenverkauf zurückgegangen, berichtet die Polizei. Das Ziel der Fahnder: den Zugang zu Drogen weiter zu erschweren. Auch schärfere Drogenkontrollen sind geplant.
Fekter für möglichen Führerscheinentzug für Drogenkonsumenten.
"Therapie statt Strafe"
In Österreich gelte generell das Motto "Therapie statt Strafe". Für Fekter ist das zu wenig. In Österreich werde etwa ein Drogenlenker nur dann bestraft, wenn seine Verkehrstauglichkeit beeinträchtigt ist.

In Deutschland hingegen haben die Behörden die Möglichkeit, per Verwaltungsstrafe Drogenkonsumenten den Führerschein zu entziehen - selbst wenn diese zum Zeitpunkt ihrer Beeinträchtigung gar kein Fahrzeug gesteuert haben.

"Das hat enorm präventiven Charakter, speziell für junge Leute, die unter Umständen fürchten müssen, ein Gutachten beizubringen, dass sie überhaupt verkehrstauglich sind, und dies würde ich mir wünschen", so Fekter.
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