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MI | 11.04.2012
Michael Häupl (Bild: ORF)
KOMMUNALPOLITIK
Bürgermeister fast immer männlich
Die Frauenquote unter Österreichs Bürgermeistern ist gering: Nur 4,7 Prozent aller Bürgermeister in Österreich sind weiblich. Das Land liegt damit im EU-Ranking weit hinten und ist etwa gleichauf mit Ländern wie Rumänien und Slowenien.
Zwei Bürgermeisterinnen in Landeshauptstädten
In Österreich gibt es zwei Frauen an der Spitze von Landeshauptstädten: Hilde Zach (Liste Für Innsbruck) in Innsbruck und Andrea Fraunschiel (ÖVP) in Eisenstadt.

Bundesweit sind unter den 2.357 Ortschefs nur 110 Frauen, das ist ein Anteil von 4,7 Prozent. Von diesen 110 gehören 55,4 Prozent der ÖVP an und 36,4 Prozent der SPÖ (8,2 Prozent anderen Parteien).
Studie des Instituts für Parlamentarismus
Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen. "Wo es einen hohen Prozentsatz an Frauen auf nationaler Ebene gibt, ist auch der Anteil auf regionaler und kommunaler Ebene höher", sagte Institutspräsident Werner Zögernitz.

Der aktuelle Bericht nahm die Rolle der Frauen in der Politik auf regionaler und kommunaler Ebene in den Mitgliedsstaaten der EU unter die Lupe. Er ist eine Ergänzung der Studie des Instituts über Frauen in der Politik auf nationaler und europäischer Ebene, die im Herbst präsentiert wurde.
Gleichauf mit Rumänien und Slowenien
Österreich ist mit den knapp fünf Prozent hinter vielen EU-Ländern und in etwa gleichauf mit Ländern wie Rumänien und Slowenien. Spitzenreiter, was den Anteil weiblicher Ortschefs betrifft, sind Lettland mit 39 Prozent und Schweden mit 30 Prozent.

In Griechenland ist ihr Anteil mit drei Prozent am niedrigsten. Der Durchschnitt in der EU (ohne Irland) liegt laut Angaben der Europäischen Kommission bei 13 Prozent.
Frauenanteil im Landtag in Wien am höchsten
Auf regionaler Ebene schneidet Österreich besser ab: 141 der 448 Landtagsabgeordneten sind weiblich. Nur einem Landtag, dem Vorarlberger, steht eine Präsidentin vor (11,1 Prozent).

Der Frauenanteil in den Landtagen ist in Wien mit 42 Prozent am höchsten (42 der 100 Mandatare sind Frauen), gefolgt von Oberösterreich mit 39,3 Prozent (22 der 56 Abgeordneten sind Frauen) und Salzburg mit 38,9 Prozent (14 der 36 Landtagsabgeordneten sind Frauen).

Am niedrigsten ist der Frauenanteil in Niederösterreich mit nur 17,9 Prozent (zehn von 56 Mandataren sind weiblich).
21 der 72 Landesregierungsmitglieder sind weibilch.
Nur eine Landeshauptfrau
Von den 72 Landesregierungsmitgliedern in Österreich sind nur 21 Frauen (29,2 Prozent).

Mit Gabi Burgstaller (SPÖ) gibt es in Österreich nur eine Landeshauptfrau. Die erste Landeschefin war Waltraud Klasnic (ÖVP) in der Steiermark von 1996 bis 2005.

Gar keine Frau gibt es in der Kärntner Landesregierung. Die FPÖ hat österreichweit nur ein weibliches Landesregierungsmitglied, es ist das die Niederösterreicherin Barbara Rosenkranz, jeweils zehn haben ÖVP und SPÖ.
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