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Wirtschaft |
18.01.2010 |
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Bisher nur 88 Postler zur Polizei gewechselt
Die Entlastung der Polizei durch nicht mehr benötigte Post- und Telekommitarbeiter läuft nur schleppend an: Bisher wechselten lediglich 88 Beamte zur Polizei, gab das Innenministerium am Montag bekannt.
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Fekter rechnete mit 1.000 Beamten bis Ende 2010. |
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Bedarf viel geringer als geplant
Im Oktober hatte Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) noch erklärt, sie rechne bis Ende 2010 mit 1.000 zusätzlichen Mitarbeitern für die Exekutive - dieses Ziel wurde nun allerdings relativiert.
Eine Bedarfserhebung bei den Landespolizeikommandos habe ergeben, dass aktuell nur 320 Verwaltungsmitarbeiter gebraucht würden, sagte ein Sprecher der Innenministerin zur APA.
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"Qualität vor Quantität" |
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Hälfte der Bewerber nicht tauglich
Schrittweise wolle man die Zahl der neuen Mitarbeiter aber erhöhen, weshalb die Bedarfserhebung regelmäßig durchgeführt werde. Allerdings, so der Sprecher, laute das Motto "Qualität vor Quantität", die Hälfte der Bewerber erweise sich als "nicht tauglich".
Bei jenen, die bereits ins Innenministerium gewechselt sind, gebe es hingegen "sehr positive Rückmeldungen" über deren Arbeit.
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Heinisch-Hosek plädiert für 1.000 Beamten
Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erklärte in einer Aussendung, sie verstehe nicht, warum Fekter nur mehr einen aktuellen Bedarf von 320 ehemaligen Post- und Telekombeamten für die Polizei sieht. Diese Vorgangsweise "ist mir ein Rätsel", meinte Heinisch-Hosek am Montag gegenüber der APA.
Die aktuelle Kriminalitätsstatistik "zeigt Handlungsbedarf", außerdem gebe es "genug Interessenten". Sie sei nach wie vor überzeugt, dass 1.000 neue Verwaltungsmitarbeiter für die Polizei bis Ende des Jahres möglich seien.
Im Sinne der Sicherheit plädiere sie dafür, "Gas zu geben", erklärte Heinisch-Hosek. 1.000 neue Verwaltungsmitarbeiter bis Ende 2010 "gehen sich aus", es gebe "genug Interessenten". Sollten Kapazitäten bei der Ausbildung fehlen, könnte die Verwaltungsakademie des Bundes den Großteil der theoretischen Phase übernehmen, erklärte die Ministerin.
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Waren nie mehr als 320 Stellen geplant? |
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Scharfe Kritik von Postgewerkschaft
Mit scharfer Kritik reagierte Gerhard Fritz, der oberste Postgewerkschafter auf die Aussage des Innenministeriums, der Transfer von Postbeamten in den Polizeidienst scheitere zu einem guten Teil an deren mangelnder Qualität.
"Das Innenministerium hat von vornherein nicht mehr als 320 Leute übernehmen wollen, das jetzt auf mangelnde Eignung zu schieben ist gelinde gesagt unfair", sagte Fritz zur APA.
Statt der im vergangenen Herbst großartig kommunizierten 1.000 Postler, die man im Polizeidienst brauchen könne, seien in der Sicherheitsakademie von vornherein nur vier Lehrgänge für je 80 Leute angesetzt worden.
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"'Tausend Postler' hört sich besser an"
"Das ergibt 320 Posten. Aber 'Tausend Postler für die Polizei' hat sich vor den Landtagswahlen in Oberösterreich und Vorarlberg wohl besser angehört," so Fritz.
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FPÖ-Herbert: Projekt gescheitert
Als überhaupt "gescheitert" sieht hingegen der FPÖ-Abgeordnete Werner Herbert das Projekt. Es handle sich um einen "vorschnellen und dienstrechtlich nicht zu Ende gedachten politischen Profilierungsversuch" von Fekter, bei dem Heinisch-Hosek zugestimmt und mitgewirkt habe, so Herbert in einer Aussendung.
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