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RELIGION |
12.01.2010 |
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Kirchenaustritte stiegen um ein Drittel
Die römisch-katholische Kirche hat 2009 Austritte von insgesamt 53.216 Personen verzeichnet. Das sind um fast ein Drittel mehr (30,9 Prozent) als im Jahr 2008 mit 40.654 Austritten.
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5,53 Millionen Katholiken
Im Verhältnis zur Katholikenzahl entsprechen die Austritte einem Minus von 0,96 Prozent.
Die Gesamtzahl der Katholiken beläuft sich mit Stichtag 31. Dezember 2009 auf 5,53 Millionen. Ein Jahr zuvor waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 5,58 Millionen.
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Umstrittene Aussagen des Feldkircher Bischofs Fischer. |
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Linz: Missglückte Ernennung Wagners
Besonders im ersten Halbjahr - nach der missglückten Ernennung des erzkonservativen Gerhard Maria Wagner zum Linzer Weihbischof - verzeichnete die Bischofskonferenz laut Kathpress einen deutlichen Anstieg bei den Austritten. In dessen Diözese traten insgesamt 9.338 Mitglieder aus - ein Anstieg von 43,5 Prozent gegenüber 2008.
Dahinter rangiert Vorarlberg, wo der Feldkircher Bischof Elmar Fischer mit umstrittenen Aussagen ebenfalls für Debatten sorgte. Dort stieg die Zahl der Austritte um 40,3 Prozent auf 2.515.
Fischer hatte sich im Februar 2009 der Meinung Wagners angeschlossen, Homosexualität sei "heilbar", und sie mit anderen "psychischen Erkrankungen" wie Alkoholismus verglichen.
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Am wenigsten Austritte gab es in Kärnten. |
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Erzdiözese Wien im Mittelfeld
Die Erzdiözese Wien liegt bei den Austritten im guten Mittelfeld, 16.527 Personen traten dort 2009 aus der Kirche aus, das sind 27,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erzdiözese Salzburg verzeichnete ein Mehr an Rückgang von 34,3 Prozent.
In der Diözese Graz-Seckau mit dem gewichtigen Bischof Egon Kapellari stieg die Anzahl der Austritte um 35,1 Prozent, im katholisch geprägten Tirol um 27,5 Prozent. Ein Plus von 24,5 Prozent war in der Diözese Eisenstadt zu verzeichnen, wo Bischof Paul Iby in diesem Jahr aus Altersgründen sein Rücktrittsgesuch an den Vatikan einreichen wird.
In St. Pölten traten 18,3 Prozent mehr Katholiken aus der Kirche aus, am wenigsten kritisch auf die Vorgänge in der römisch-katholischen Kirche haben die Kärntner reagiert: Dort stieg die Zahl der Austritte nur um 15,1 Prozent.
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Anstieg nach Bundesländern
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2009 war für die Kirche kein leichtes Jahr. |
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Jeder Austritt "schmerzlich"
Jeder Kirchenaustritt sei für die Kirche als Gemeinschaft sehr "schmerzlich", sagte Erich Leitenberger, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, zu den Entwicklungen.
2009 sei für die Kirche in Österreich kein leichtes Jahr gewesen. Trotzdem seien die Katholikenzahlen "relativ stabil" geblieben.
Die Vorgänge um die Aufhebung der Exkommunikation lefebvrianischer Bischöfe, insbesondere die Aussagen des Holocaust-Leugners Richard Williamson, sowie die Irritationen um Wagner hätten ein sehr negatives Bild der Kirche in den Medien erzeugt, so Leitenberger. Eine Rolle bei der Entwicklung der Austrittszahlen spiele auch die gravierende Finanz- und Wirtschaftskrise, so Leitenberger.
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