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MO | 13.02.2012
Blutspende (Bild: Fotolia/bilderbox)
GESUNDHEIT
Österreich geht das Spenderblut aus
Österreich gehen die Blutkonserven - gerade jetzt zu Grippe- und Urlaubszeiten - aus. Immer weniger Menschen sind zur Blutspende bereit, Wien ist im Ländervergleich besonders schlecht.
Extreme Knappheit an Konserven zur Grippe- und Urlaubszeit.
"Praktisch null im Pool"
"Wir haben praktisch null im Pool", sagt die medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, Eva Menichetti.

Der Grund dafür: Während der Weihnachtsfeiertage und in den Ferien kommen an sich schon weniger Spender in die Zentralen. In diesem Jahr stellte sich unmittelbar nach den Ferien die Influenza - etwas früher als sonst - ein.

Der Jänner ist zudem eine Periode größeren Verbrauches, weil es in den Krankenhäusern nach den Feiertagen wieder mehr Operationen gibt. Andererseits gilt es, auf Eventualitäten (größere Unfälle etc.) vorbereitet zu sein.
Management der Konserven
Österreichs Blutspendezentralen in Wien, Linz, Klagenfurt und Feldkirch sowie die Blutdepartments an den Universitätskliniken bzw. LKHs in Graz, Innsbruck und Salzburg stellen in dem Computerverbund jene Blutkonserven "ins Netz", die sie bei Engpässen in anderen Regionen abgeben könnten. Aktualisiert wird das alle 48 Stunden. Zurzeit ist de facto nichts vorhanden.

Während das Management immer mehr verbessert wurde, sieht es auf der Seite der Spender zunehmend schlechter aus.
Nur ein geringer Teil der Österreicher ist bereit, Blut zu spenden.
Land-Stadt-Gefälle
2007 spendeten 299.379 Österreicher Blut. Das machte 454.254 Blutkonserven aus. Die größte Solidarität zeigten die Burgenländer, wo in jenem Jahr 5,3 Prozent der Bevölkerung an Blutspendeaktivitäten teilnahmen.

Die Niederösterreicher lieferten die höchste Anzahl an Blutkonserven ab und sind mit vier Prozent relativ "spendefreudig". Die zweithöchste Spendeaktivität bezogen auf die Einwohnerzahl - nach dem Burgenland - weist Salzburg auf.
Burgenland: 14.583 (5,3 Prozent)
Salzburg: 25.564 (4,9 Prozent)
Tirol: 32.289 (4,7 Prozent)
OÖ: 57.399 (4,1 Prozent)
NÖ: 62.224 (4 Prozent)
Österreich: 299.379 (3,7 Prozent)
Vorarlberg: 13.027 (3,6 Prozent)
Steiermark: 42.155 (3,5 Prozent)
Kärnten: 17.814 (3,2 Prozent)
Wien: 34.324 (2,1 Prozent)
60 Prozent Einmalspender
Im vergangenen Jahr haben 62 Prozent der Blutspender einmal gespendet, 23 Prozent zweimal, zehn Prozent dreimal, vier Prozent viermal und nur ein Prozent fünfmal.
Steigender Verbrauch
Der Verbrauch an Blutkonserven ist in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen: 1962 waren es noch rund 50.000 Konserven. 1972 lag man bereits bei 101.428, zehn Jahre später waren es 178.157.

1996 wurde der vorläufige Gipfel mit 246.794 erreicht. Blutsparmaßnahmen in den Spitälern sorgten bis 2006 für einen Rückgang auf 186.483. Doch die Entwicklung flacht ab.
Zwei Drittel sind Männer.
Erstspender gesucht
"Wir brauchen mehr Erstspender. Das sind derzeit etwa elf Prozent. Andere Staaten wie Litauen haben beispielsweise einen Erstspenderanteil von 40 Prozent. Wir brauchten auch mehr Frauen", so die Leiterin des "Spendermanagements" der Blutspendezentrale in Wien, Maria Kral.

"Zwei Drittel unserer Spender sind Männer. Und wir verlieren drei Viertel unserer Spender wieder." Erstspender sollen zu regelmäßigen Besuchern der Zentralen werden. Männer können rund sechsmal im Jahr Blut spenden, Frauen vier- bis fünfmal.

Gerade ein kontinuierliches Aufkommen und möglichst viele Menschen, die gleich mehrmals pro Jahr Blut abgeben, wären der Garant für ein krisensicheres System.
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