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MI | 11.04.2012
Feinstaub-Messstation (Bild: dpa/Felix Heyder)
Gesundheit
Feinstaub: Umweltbundesamt warnte 2006
Schon 2006 hat es Untersuchungen über die verkürzte Lebenserwartung durch Feinstaubbelastung gegeben: Damals präsentierte das Umweltbundesamt eine Studie, die vor allem für Graz, Linz, St. Pölten und Wien starke Auswirkungen herausstrich.
Kürzere Lebensdauer
Der Methodik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgend errechnete das Umweltbundesamt, dass bei einer konstant hohen Feinstaubbelastung über mehrere Jahrzehnte die Lebenserwartung deutlich sinken könne.
Bis zu 17 Monate verringerte Lebenserwartung.
Stärkste Effekte in Graz, Linz, St. Pölten, Wien
In Graz verringere sie sich demnach um rund 17 Monate, in Linz um 14, in Wien um zwölf und in St. Pölten um etwa elf Monate. Auch für Innsbruck (zehn Monate), Klagenfurt (neun Monate) und Salzburg (sieben Monate) wurde eine kürzere Lebensdauer durch Feinstaub prognostiziert.
Schwerwiegende Auswirkungen
Die Auswirkungen von Feinstaub PM10 (Staubpartikel mit einem Durchmesser von zehn Mikrometern) und PM2,5 reichen von (vorübergehenden) Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bis zu zuordenbaren Todesfällen, vor allem aufgrund von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nach Ansicht der WHO gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.
Milder Winter als Ursache.
Überschreitungen sanken 2007
An 18 Messstellen in ganz Österreich gab es 2007 zu oft eine überhöhte Feinstaubbelastung. Im Jahr zuvor wurde an mehr als doppelt so vielen Stellen eine zu häufige Überschreitung der erlaubten Tagesgrenze von 50 Mikrogramm PM10 erreicht, so die Zahlen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ).

Maximal 30 Tage darf dieser Wert pro Jahr übertroffen werden. 2006 gab es an insgesamt 43 Orten zu häufig hohe Feinstaubwerte.

Die Ursache für den Rückgang um mehr als 50 Prozent sieht man beim VCÖ in der günstigen Winterwetterlage. Weniger Schnee, Streumittel und Heiztage hätten die Bilanz positiv beeinflusst.
Grafik: APA
Feinstaubbelastung 2007
Stärkste Belastungen 2003
Das Jahr mit den stärksten bisher gemessenen Feinstaubbelastungen in den vergangenen Jahren war 2003, sagte Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt. Zurückzuführen seien die Schwankungen fas ausschließlich auf die meteorologischen Gegebenheiten.
"Erschreckende Zahlen".
Steirische Studie bisher in Lade
Die steirischen Grünen verlangten unterdessen von Gesundheitslandesrat Helmut Hirt die "sofortige Veröffentlichung" einer Feinstaubstudie, die laut dem "Standard" (Montag-Ausgabe) von diesem beim Hygieneinstitut der Universität Wien in Auftrag gegeben wurde.

Laut der Zeitung finden sich in der Studie "erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen. Auch der hohe Anteil des Kfz-Verkehrs an der Feinstaubbelastung wird evident - und dass die geltenden Grenzwerte in der EU viel zu hoch" seien.
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