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MI | 11.04.2012
Internationaler Kinderporno-Ring aufgeflogen. Bild: ORF.at
Kriminalität
Schlag gegen Kinderpornografie
Schlag gegen Kinderporno-Konsumenten: In Österreich, Deutschland und den USA hat die Polizei Hunderte User ausgeforscht, die sich Bilder und Videos heruntergeladen hatten, auf denen der Missbrauch junger Mädchen gezeigt wird.
Zwei Operationen der Exekutive.
107 Verdächtige in Österreich
Zwei Operationen gegen Kinderpornografie im Internet - "Orangebill" und "Sinon" - durch das Bundeskriminalamt (BK) gemeinsam mit den Landeskriminalämtern haben zur Ausforschung von 107 Tatverdächtigen in Österreich geführt. Das berichtete das BK am Mittwoch.
Missbrauch als Bildschirmschoner
Bei beiden Aktionen wurden Männer zwischen 22 und 78 Jahren als mutmaßliche Täter ermittelt.

Unter den Verdächtigen befand sich auch ein 44-jähriger Wiener, dessen PC bei der Hausdurchsuchung online war - als Bildschirmschoner verwendete er ein Foto, das er selbst beim Missbrauch seiner zehnjährigen Stieftochter angefertigt hatte. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Seine Lebensgefährtin gab an, von den Taten nichts gewusst zu haben.
Abrechnungsdienste für Kinderpornografie-Websites angeboten.
Daten von Kreditkartenfirmen
Die Operation "Orangebill" nahm ihren Ausgang in den Vereinigten Staaten. Dabei stellten die US-Behörden die finanziellen Aspekte bei der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet in den Vordergrund.

Es wurden gezielt Personen ins Visier genommen, die Abrechnungsdienste für Kinderpornografie-Websites anboten oder vom finanziellen Erlös profitierten. Per Gerichtsbeschluss erhielten die Ermittler von Kreditkartenfirmen die Daten der Verdächtigen, dann folgten Hausdurchsuchungen, erklärte der Internet-Ermittler des BK, Harald Greml.
Weltweit 2.500 User ausgeforscht
Weltweit wurden 2.500 Kunden ausgeforscht. Aufgrund dieser Vorarbeiten konnten in Österreich 27 Verdächtige ermittelt und angezeigt werden.

Neun stammen aus Wien, vier aus Niederösterreich, fünf aus Oberösterreich und zwei aus Salzburg. Weiters wurden drei Steirer und vier Tiroler ausgeforscht, so Greml.
Personen mit beruflichem Kontakt zu Kindern.
Hinweise aus Deutschland
Zur Operation "Sinon" führten Hinweise aus Deutschland. Bei einem Internet-Dienst konnten zwei Videodateien, die den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen blonden Mädchens und eines zehnjährigen asiatischen Mädchens zeigten, sichergestellt werden.

80 Verdächtige wurden in Österreich ausgeforscht, darunter ein Sozialpädagoge, ein Erzieher, ein Hauptschullehrer, ein Schulwart und Ärzte - alles Personen, die im beruflichen Umfeld mit Kindern in Kontakt kommen.

26 der Verdächtigen kommen aus Wien, zwölf aus Niederösterreich, sieben aus Tirol, drei aus dem Burgenland und neun aus Oberösterreich. Vier Vorarlberger, fünf Kärntner sowie zwei Salzburger und zwölf Steirer wurden ebenfalls ermittelt.
Vorarlberg
Tirol
Salzburg
Kärnten
Steiermark
Oberösterreich
Niederösterreich
Wien
Burgenland

 
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