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WIFO-Studie |
02.11.2007 |
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Tatsächliche Arbeitslosigkeit weit höher
In Österreich waren im Oktober 204.840 Personen arbeitslos - so zumindest die offizielle Statistik. In Wirklichkeit sind aber rund 320.000 Menschen auf Jobsuche, so das Ergebnis einer WIFO-Studie.
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Falsche Zahlen und Schätzungen
"Die offizielle Statistik blendet eine große Zahl Arbeitssuchender einfach aus", meint Josef Moser, Arbeitsmarktexperte der AK Oberösterreich. Diese ließ die Unschärfen und Verzerrungen vom WIFO analysieren.
Ergebnis: Die reale Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2006 war um fast 50 Prozent höher, als die Statistik ausweist. Der reale Beschäftigungszuwachs hingegen ist zwischen 2000 und 2006 um ein Drittel überschätzt worden, berichtet der "Kurier" (Samstag-Ausgabe).
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"Unsichtbare" Arbeitslose
So gebe es "unsichtbare" Arbeitslose, die in keiner AMS-Statistik aufscheinen: Schulungsteilnehmer, kranke Arbeitslose, Pensionsvorschussbezieher, also ältere Arbeitslose, die einen Pensionsantrag gestellt haben, der aber in drei Viertel aller Fälle abgelehnt wird.
Umgekehrt treibt die zunehmende Zahl der Teilzeitjobs und freien Dienstverträge die Beschäftigungsquote hinauf. Denn die Zahl der Jobs, nicht der beschäftigten Personen wird gezählt. Wird eine Vollzeit- in zwei Teilzeitstellen umgewandelt, steigt die Beschäftigung.
Nicht nur Präsenz- und Zivildiener, auch wer in Karenz ist, gilt als beschäftigt. Die längere Karenzzeit seit Einführung des Kindergelds wirkte sich statistisch positiv auf die Frauenerwerbsquote aus: Sowohl die Mütter als auch ihre Karenzvertretungen werden gezählt. Auch Altersteilzeit-Beschäftigte in der inaktiven Freizeitphase erhöhen die Erwerbsquote.
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Das "Verschwinden" der Langzeitarbeitslosen
Aufklärungsbedarf gibt es auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Die AMS-Statistik weist nur noch 5.800 Langzeitarbeitslose aus, ein Minus von 19 Prozent. Die Zahl jener, die länger als ein Jahr vorgemerkt sind, sinkt deshalb so stark, weil es statistisch fast nicht mehr möglich ist, in diese Kategorie zu fallen.
Wer nach sechs Monaten keinen Job findet, wird vom AMS "aktiviert", landet in einem Kurs oder Jobprojekt. Wer danach noch immer keinen Job hat, verbleibt beim AMS zwar als Langzeitbeschäftigungsloser, nicht aber Langzeitarbeitsloser. 2006 gab es 45.000 Langzeitbeschäftigungslose.
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Viele beim AMS gar nicht registriert
Weder vom AMS noch vom WIFO mitgezählt werden außerdem 120.000 Nicht-Erwerbstätige, darunter 77.000 Frauen, die laut Mikrozensus-Erhebung innerhalb von zwei Wochen eine Stelle annehmen könnten, aber nicht beim AMS registriert sind und auch kein Arbeitslosengeld beziehen.
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Arbeitslosigkeit geht weiter zurück
Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat auch im Oktober angehalten. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es derzeit um 4,6 Prozent weniger Jobsuchende, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte.
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