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MO | 13.02.2012
Leere Geldbörse (Bild: APA)
Plus 14,5 Prozent
Zahl der Privatkonkurse explodiert
Die Privatpleiten explodieren weiter: Über 4.300 Fälle wurden im ersten Halbjahr 2007 registriert - Tendenz stark steigend. Hauptursachen sind der Verlust des Arbeitsplatzes und plötzliche Lebenskrisen.
4.372 Private und 3.333 Unternehmen schlitterten in die Insolvenz.
26 Firmenpleiten pro Tag
Die Zahl der privaten Insolvenzen ist in Österreich im ersten Halbjahr 2007 weiter stark gestiegen: um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit gab es deutlich mehr Privatkonkurse als Firmeninsolvenzen. Die Unternehmenszusammenbrüche stiegen im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 3.333 - was 26 Firmenpleiten pro Tag entspricht.
Auch ein "positiver" Aspekt
Für den Bereichsleiter Insolvenzen im Kreditschutzverband von 1870 (KSV), Hans-Georg Kantner, ist das Ansteigen der Privatpleiten aber auch eine "positive Nachricht": "Denn noch nie waren so viele Menschen in der Lage, ein Konkursverfahren in Gang zu setzen" und damit ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen, so Kantner am Mittwoch bei der KSV-Halbjahresbilanz.
Scheidung, Krankheit, Arbeitslosigkeit als Ursachen.
300.000 mit Zahlungsschwierigkeiten
Der KSV geht davon aus, dass sich die Zahl der Privatpleiten innerhalb der kommenden sieben bis zehn Jahre verdoppeln werde. Auf Basis 2006, wo rund 6.300 Privatkonkurse gezählt wurden, wären das fast 13.000 Fälle.

Hintergrund dieser Entwicklung sind rund 300.000 Personen mit Zahlungsschwierigkeiten und etwa 120.000 verschuldete Haushalte, so Kantner. Verantwortlich dafür seien Lebenskrisen wie Scheidung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit.
Spitzenreiter ist Wien
Im Detail wurden im ersten Halbjahr 2007 von den insgesamt 4.372 Fällen 3.682 Privatkonkurse eröffnet, das waren um 15,0 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich.

Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Verfahren erhöhte sich um 12,2 Prozent auf 690 Fälle. Die Zahl der geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten stieg um 33,1 Prozent auf 521,5 Mio. Euro gegenüber 391,9 Mio. Euro vor einem Jahr. Die meisten Privatpleiten gab es mit 1.363 Fällen in Wien, gefolgt von Oberösterreich (711), Tirol (524) und Niederösterreich (454).
Weniger Firmenpleiten
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging dagegen im ersten Halbjahr zurück, Entwarnung gebe es aber noch keine, so KSV-Experte Kantner. Das Insolvenzaufkommen sei nach wie vor sehr hoch. Im Vergleich: In Deutschland gingen die Insolvenzen um 20 Prozent zurück.

Von den insgesamt 3.333 Firmenpleiten wurden 1.556 Verfahren eröffnet, das waren um 0,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge ging um 4,5 Prozent auf 1.777 Fälle zurück, die Zahl der Konkurse erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 1.539 Fälle.
Zahlungen über 1,1 Mrd. Euro offen
Die Summe der geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten blieb gegenüber dem Vorjahr mit 1,1 Mrd. Euro unverändert. Deutlich rückläufig war die Zahl der betroffenen Dienstnehmer: Diese sank um 18 Prozent auf 9.100 Betroffene.

Die meisten Unternehmenspleiten gab es in Wien mit 1.035 Fällen, gefolgt von Niederösterreich mit 572 Fällen und der Stiermark mit 413 Fällen. Die bisher größten Pleiten waren der Konkurs des Fußballklubs GAK mit Passiva von 53,1 Mio. Euro und der Konkurs des Immobilienentwicklers Epsilon (Outlet Leoville) mit 47 Mio. Passiva.
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