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MI | 11.04.2012
Mondfinsternis (Bild: APA)
totale mondfinsternis
Mond verwandelt sich in kupferrote Scheibe
In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet eine in ganz Österreich mit freiem Auge sichtbare totale Mondfinsternis statt. Dabei zieht der Mond durch den Schatten der Erde und erscheint als kupferrote Scheibe am Himmel.
Seltener als Sonnenfinsternisse
Mondfinsternisse sind seltener, als man glaubt - ja sogar eine Spur seltener als Sonnenfinsternisse, aber diese sind immer nur innerhalb eines begrenzten Gebietes (totale Sonnenfinsternisse bloß entlang eines sehr schmalen Streifens) sichtbar, Mondfinsternisse hingegen von mehr als der Hälfte der Erdkugel aus.
Heuer finden zwei totale Mondfinsternisse statt, nur eine davon ist in Österreich sichtbar.
Nur bei Vollmond möglich.
Im Schatten der Erde
Die von der Sonne beleuchtete Erde wirft immer einen Schatten in den Raum. Wenn die Positionen von Mond, Erde und Sonne in der Nacht vom 3. auf den 4. März auf einer Geraden sind, tritt der Mond in diesen Schatten und wandert durch.

Mondfinsternisse sind daher nur bei Vollmond möglich.
Mondfinsternis (Bild: Astronomisches Büro)
Zwischen 23.44 und 0.58 Uhr ist der Mond im Kernschatten.
Was passiert
21.18 Uhr: Der Vollmond tritt in den Halbschatten, das bleibt weitgehend unsichtbar.

22.04 Uhr: Eine zarte Verdunkelung wird an der linken Mondhälfte erkennbar.

22.30 Uhr: Der linke Mondrand tritt in den Kernschatten, das heißt, die immer noch helle Mondscheibe wird von links allmählich "angeknabbert" und taucht immer tiefer in den Schatten.

23.44 Uhr: Der Mond ist komplett im Kernschatten und bleibt dort etwas mehr als eine Stunde, ist aber schwach rötlich-braun schimmernd erkennbar.

0.21 Uhr: Der Mond ist in der Mitte des Kernschattens, daher wahrscheinlich dann am dunkelsten.

0.58 Uhr: Der Austritt aus dem Kernschatten beginnt, der linke Mondrand wird allmählich heller.

2.11 Uhr: Der Mond verlässt den Kernschatten, nur die leichte Verdunkelung im Halbschatten bleibt vorerst noch sichtbar.

2.37 Uhr: Für das freie Auge ist der Vollmond wieder ungetrübt hell, der Halbschatten kaum noch erkennbar.

3.24 Uhr: Ende der Finsternis.
Grafik: APA
Größe und Form des Erdschattens werden genau vermessen.
Mit freiem Auge sichtbar
Das Naturschauspiel ist am besten mit freiem Auge oder einem Fernglas zu beobachten.

Manche Hobby- und Fachastronomen verwenden Teleskope und versuchen, die Zeiten von Ein- und Austritt bestimmter Mondpunkte (helle, kleine Krater) zu bestimmen. Der Grund dafür liegt darin, dass man immer noch Daten sammelt, um die Größe und Form des Erdschattens immer genauer zu vermessen.

Die Ausmaße des Schattens und der Grad der Dunkelheit sind nämlich nicht immer gleich - abhängig vom Zustand und Staubgehalt der Erdatmosphäre. So wurden besonders dunkle Mondfinsternisse in zeitlicher Nähe zu großen Vulkanausbrüchen beobachtet.

Peter Sterzinger, wetter.ORF.at
Tipps:
Mucke macht im Freiluftplanetarium bei der Wotrubakirche in Wien eine Führung während der gesamten Finsternis. Der Eintritt ist frei.

Auf der Universitätssternwarte Wien findet eine "Nacht der offenen Tür" statt. Einlass: 21.15 Uhr.
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