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MI | 11.04.2012
Bier (Bild: APA)
2007
Bier wird empfindlich teurer
Wegen steigender Rohstoff- und Energiepreise planen einige Brauereien 2007 saftige Bierpreiserhöhungen. Dem Dosensegment machen zusätzlich die hohen Aluminiumpreise zu schaffen. Laut "WirtschaftsBlatt" wird Bier um bis zu zehn Prozent teurer.
Grafik: APA Keiner will der Erste sein
Noch pokern die großen Brauereien Stiegl, Ottakringer und Brau Union und versuchen die unpopuläre Maßnahme hinauszuzögern. Kein Konzern will der Erste sein, der den unpopulären Preissprung wagt, so das "WirtschaftsBlatt".

"Die Bierpreiserhöhung wird kommen müssen", sagt Villacher-Brauerei-Vorstand Johann Stockbauer: "Der Branche insgesamt täten sechs Prozent gut."

Villacher: "Vernünftige" Preiserhöhung
Stockbauer rechnet damit, dass es bei Villacher Bier im Frühjahr mit einer "vernünftigen" Preiserhöhung so weit sein werde. Das Thema sei belegbar: "Wenn der Hopfen heute das Vierfache vom Preis kostet, ist das dramatisch."
Plus zehn Prozent bei Egger
Eine ähnlich schlechte Erntesituation gebe es - international gesehen - beim Getreide. Die Braugerste kostete 2006 "zwischen 20 und 25 Prozent mehr" als 2005, verweist Egger-Bier-Chef Bernhard Prosser auf die europaweite Preissituation.

Wer für 2007 keine Hopfen- und Malz-Verträge hat, steht somit vor einem Riesenproblem. "Wir brauchten eine Preiserhöhung von zehn bis 20 Prozent", so Prosser.

Er wisse, das sei nicht durchzubringen. Aber mit Jahresanfang will Egger Bier seinen Bierpreis um zehn Prozent erhöhen. "Gespräche mit dem Handel führen wir bereits."
Brau Union, Stiegl, Ottakringer rechnen noch.
Brau Union: "Nicht fix"
Durch Verträge weitgehend abgesichert sind hingegen die heimische Brau Union, Stiegl und Ottakringer.

Die Brau Union bezieht 80 Prozent ihrer Braugerste, aber nur 40 Prozent ihres Hopfens aus österreichischer Landwirtschaft. Hier zu Lande sei der Preisauftrieb für die Rohstoffe nicht so eklatant wie international.

"Schlimm sind eher die höheren Energiepreise", sagte Brau-Union-Sprecherin Veronika Fiereder zur APA. Eine Preiserhöhung sei jedenfalls vorerst nicht fix: "Wir sind noch am Rechnen und Überprüfen", so Fiereder.
Ottakringer und Stiegl: "Es wird eng"
Gleiches gilt für Ottakringer: "Es wird eng werden", sagt Sprecher Thomas Sautner. "Aber wir haben immer geschaut, wenn erhöht werden muss, bei den Letzten dabei zu sein."

Auch Stiegl-Chef Heinrich Dieter Kiener wartet noch zu: "Kurzfristig versuchen wir, unseren Bierpreis zu halten."
Hohen Rohstoff- und Energiepreise
Die anhaltend hohen Energiekosten machen allen Brauern zu schaffen. "Wir sparen zwar durch modernste Technik so viel Energie wie möglich, die zusätzlichen Belastungen konnten aber dadurch nicht zu 100 Prozent kompensiert werden", sagte der Stiegl-Chef.

"In ganz Europa wird sich keine Brauerei leisten können, die Belastungen nicht weiterzugeben", ist Egger-Chef Prosser überzeugt. Es gehe hier nicht um ein, zwei Prozent, sondern um zweistellige Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Energie.

So nahmen die Energiekosten bei Egger in den vergangenen drei Jahren um 57 Prozent zu. Bei Villacher-Bier-Chef Stockbauer schlugen die Energiekosten um etwa 40 Prozent mehr an.
Dosensegment unter Druck
Stockbauer ist glücklich, nicht im Dosensegment tätig zu sein: Denn bei den derzeitigen Aluminiumpreisen könne man keine Bierdose mehr vernünftig verkaufen. Dosen-Profis wie Egger, Ottakringer und Schwechater könnten ein Lied davon singen.

Rechnet man bei einem Dosenpreis von 59 Cent im Supermarkt die Bier- und Mehrwertsteuer raus, fressen die Alu-Verpackung und der Aufdruck locker ein Drittel, sodass Handel und Brauer zusammen gerade 25 Cent bleiben. Bei einem verkauften 3,20-Euro-Krügel im Wirtshaus bleiben dem Brauer durchschnittlich 75 Cent zur Abdeckung seiner Kosten.
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