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DI | 14.02.2012
WWF-Studie
Düstere Zukunft für heimische Braunbären
Um die Zukunft wild lebender Braunbären ist es hier zu Lande nicht zum Besten bestellt, wie aus einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) hervorgeht. Ohne "Einwanderer" werde die Population kaum überleben, sind Experten überzeugt.
"JJ1" alias "Bruno" als Medienstar
Der streunende Braunbär "JJ1" alias "Bruno" hatte wochenlang die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Braunbären in Österreich gelenkt.

Auch Experten setzten sich - unabhängig vom Schicksal "Brunos" und dessen Abschuss in Bayern - mit dem Thema Zukunft der Braunbären in Österreich auseinander.

Der Schluss, zu dem das UBA unter dem Titel "Der Braunbär in Österreich III" kam, war alles andere als positiv: Die Zahl der Bären sei zu gering, die Sterberate hoch und der Lebensraum zu sehr zersplittert, so das Fazit der Expertise, die die Forschungsergebnisse eines Projekts des WWF vorstellte.
Zwei getrennte Lebensräume
Braunbären kommen in Österreich in zwei Regionen vor: In den Nördlichen Kalkalpen - in Ober- und Niederösterreich sowie in der Steiermark - existieren schätzungsweise sieben bis zwölf Bären, in Kärnten und Osttirol fünf bis acht.
Keine Zukunft ohne "Zuwanderer"
Von 1989 an, dem Jahr der Freisetzung der ersten Bärin, nahm die Population in den Nördlichen Kalkalpen bis 1999 stark zu, dann reduzierte sich der Bestand.

In Kärnten und Osttirol, wo "Zuwanderer" aus Slowenien leben, stieg die Population von 1992 bis 1997, fiel bis 2000 und blieb dann bis 2005 stabil. Von Immigranten aus dem südlichen Nachbarland werde das Bärenvorkommen in Österreich abhängen, hieß es in der UBA-Publikation.
Lebensraum für Hunderte Tiere
Der Lebensraum der Bären umfasst eine Fläche von 20.000 bis 25.000 Quadratkilometern, wobei sich das Verbreitungsgebiet (durch Wanderungen) nur sehr allgemein abgrenzen lasse.

Auf 20.000 Quadratkilometern könnten durchaus 400 Exemplare leben - das erscheint viel, auf 100 Quadratkilometer kämen trotzdem nur zwei Bären, so wie in Slowenien, einem Land ungefähr so groß wie Niederösterreich.
"Problembären" sind teuer
Die Schäden durch Bären in Österreich sind dabei vergleichsweise bescheiden. Sie betrugen in den Jahren 1995 bis 2004 durchschnittlich knapp 8.700 Euro.

"Die Schadenshöhe steht weniger mit der Größe der Bärenpopulation in Zusammenhang, sondern wird vielmehr vom Verhalten einzelner Bären bestimmt", erläuterten die Experten. Die Schäden im Spitzenjahr 1994 - insgesamt rund 65.000 Euro - gingen zum Großteil auf die Problembären "Nurmi" und "Grünau" zurück.
Spezielle Vorliebe: Kettensägenöl
Wenn Bären Schaden anrichten, dann zumeist an Nutztieren wie Schafen. Ein kleinerer Prozentsatz betrifft geplünderte Bienenstöcke. Doch die Tiere haben auch ihre besonderen Vorlieben: Sie machen oft auch vor Kanistern mit (Raps-) Biokettenöl für Motorsägen und Motroölen nicht halt.

"Das Biokettenöl aus Rapsölbasis können Bären vermutlich als Nahrung verwerten; was sie an den anderen Ölen so fasziniert, bleibt etwas rätselhaft", hieß es in der Studie.
"Nurmi" ließ Wasser aus Teich ab
Bei Fischteichen suchen Bären eher nach Fischfutter als nach den Fischen selbst, denn diese entwischen ihnen im hohen Wasser leicht.

Clever war allerdings "Nurmi". Er hatte eine Technik entwickelt, durch Öffnen des Abflusses das Wasser abzulassen und auf diese Weise leichter an die Fische heranzukommen. Das haben andere Bären vereinzelt auch getan, aber nicht so systematisch wie dieser "Problembär".
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